Die Frontotemporale Demenz gehört neben der Semantischen Demenz, der primär progredienten Aphasie und der Corticobasalen Degeneration zur Krankheitsgruppe der „Frontotemporalen Lobärdegeneration“.

Die Frontotemporale Demenz - vereinzelt noch Pick-Krankheit genannt – ist eine eher selten auftretende Demenzform. Die Ursache für eine FTD ist ein Nervenzelluntergang im Bereich des Frontalhirns (Frontal- und Temporallappen).

Im Vordergrund der Symptomatik stehen Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens. Die Frontotemporale Demenz beginnt in der Regel mit Störungen des Sozialverhaltens.

Regeln und soziale Normen werden unwichtig, das Verantwortungsgefühl geht verloren. Dabei werden die eigenen Regelverstöße selbst nicht wahrgenommen. Dies kann sich in unterschiedlichen Bereichen des Lebens zeigen:

  • Die bisher gepflegte Frau, die sich zwar weiterhin schminkt, aber nicht mehr wäscht und Bemerkungen zu ihrem immer strengeren Körpergeruch mit einem Lächeln beantwortet.
  • Der Geschäftsführer einer Firma, der anfängt, zu jeder Tageszeit und ohne Unterschiede zwischen den Zuhörern zu machen, schmutzige Witze zu erzählen.
  • Der U-Bahnfahrer, der mal zum Dienst kommt und mal nicht und schließlich suspendiert wird, nachdem er seinen mit Passagieren voll besetzten Zug zwischen zwei Bahnhöfen im Tunnel stehen lässt und weggeht.

Die Erkrankten befinden sich durchschnittlich im Alter zwischen 50 und 60 Jahren, wobei die Spanne sehr groß ist (20-85). Oft stehen die betroffenen Personen noch im Berufsleben, haben schulpflichtige oder heranwachsende Kinder.

Für die Behandlung der FTD gibt es derzeit keine zugelassenen Medikamente. In der Regel werden Antidepressiva zur Besserung der Symptome eingesetzt.

Die durchschnittliche Krankheitsdauer wird mit 8 Jahren angegeben, wobei rasche Verläufe von 2 Jahren, aber auch langsame Verläufe (bis zu 15 Jahre) vorkommen.