Aktuellen Zahlen unseres Dachverbandes zufolge leben in Berlin derzeit mehr als 57.800 Menschen mit einer Demenzerkrankung. Zwei Drittel von ihnen sind von der Alzheimer- Krankheit betroffen.  

Bundesweit sind ca. 1,6 Millionen Menschen an einer Demenz erkrankt, 25.000 der Betroffenen noch vor dem Erreichen ihres 65. Lebensjahres. 

Folgt man den Vorausberechnungen für Deutschland bis zum Jahr 2050, werden dann etwa 2,4 bis 2,8 Millionen Menschen erkrankt sein. Dies entspricht bundesweit einem mittleren Anstieg um 70 bis 110 Neuerkrankungen pro Tag.

(Quelle: Berechnungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Informationsblatt 1, 2020)

Was ist Demenz?

Demenz, Alzheimer oder einfach nur Vergesslichkeit?

Haben Sie schonmal einen Schlüssel verlegt oder Ihnen fiel der Name eines ganz bekannten Filmstars nicht ein? Oder Sie hatten das aktuelle Datum nicht parat? Das kennen sicher viele Menschen und: das ist erstmal kein Grund zur Beunruhigung - jeder Mensch vergisst mal etwas und besonders in Stresssituationen. 

Doch was, wenn die Vergesslichkeit häufiger vorkommt und Sie sich dadurch in Ihrem Alltag beeinträchtigt fühlen?

Wenn Sie unsicher sind und Sorge haben, die Vergesslichkeit könnte ein normales Maß übersteigen, dann sprechen Sie Ihren Hausarzt an.

Ihr Hausarzt wird Sie zunächst beraten und kann erste Untersuchungen durchführen, beispielsweise eine Blutentnahme. Für eine weitergehende Diagnostik werden Sie eine Überweisung zu einem Facharzt der Neurologie ausgestellt bekommen. In Berlin gibt es besonders spezialisierte diagnostische Zentren, die Berliner Gedächtnissprechstunden.

Was ist das, eine Demenzerkrankung?

Die Bezeichnung Demenz ist ein Oberbegriff für unterschiedliche Erkrankungen, die mit einer Störung der Gehirnleistungen einhergehen - meist ist das Gedächtnis betroffen. Es gibt also verschiedene Demenzformen. Die häufigste und bekannteste Form ist die Demenz vom Alzheimer-Typ.

Mit dem Verlauf der Erkrankung fallen die Aktivitäten des täglichen Lebens zunehmend schwerer: beispielsweise das Erledigen von Bankgeschäften, das Planen komplexer Handlungsabläufe, das flexible Lösen von Problemen, das Reisen, Autofahren. Auch alltägliche und gewohnte Aufgaben, wie Einkaufengehen oder Kochen, das Bedienen der Waschmaschine oder des Telefons bis hin zu Tätigkeiten der Selbstpflege, Essen und Trinken sind betroffen.

Primäre und sekundäre Formen

Generell sind Demenzerkrankungen in primäre und sekundäre Formen unterteilen.

Bei etwa 90% der Demenzerkrankungen handelt es sich um primäre Demenzen. Diese entstehen als Folge von Krankheiten, die direkt im Gehirn beginnen. Nach dem aktuellen Stand der Forschung ist dieser Prozess nicht reversibel bzw. heilbar.

Sekundäre Demenzen hingegen entstehen infolge von organischen Erkrankungen, die sich auf das Gehirn auswirken können. Beispielsweise können Tumorerkrankungen, Erkrankungen des Stoffwechsels (Diabetes mellitus, Schilddrüsendysfunktion etc.) oder auch Vitaminmangel Demenzsymptome verursachen. Wird die Grunderkrankung behandelt, dann können sich die Demenzsymptome wieder zurückbilden. Sekundäre Demenzen können also  reversibel sein.

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz. An zweiter Stelle stehen die Vaskulären Demenzen, die durch Durchblutungsstörungen im Gehirn hervorgerufen werden. Weitere Formen sind die Frontotemporalen Demenzen und die Lewy-Körper-Demenz.

Häufigkeit von Demenzerkrankungen

In Berlin leben 57.800 Menschen mit einer Demenzerkrankung. Zwei Drittel von ihnen sind von der Alzheimer- Krankheit betroffen.

Bundesweit sind ca. 1,6 Millionen Menschen an einer Demenz erkrankt, 25.000 der Betroffenen noch vor dem Erreichen ihres 65. Lebensjahres.

Demenzerkrankungen treten eher mit zunehmendem Alter auf. In der Altersgruppe der 65-69-jährigen sind 1,6 % betroffen, bei den 85-89-jährigen 20,9 %. Da die Zahl der älteren Menschen in den nächsten Jahrzehnten weiter steigen wird, ist zu erwarten, dass die Zahl der Demenzerkrankungen ebenfalls weiter steigen wird.

Folgt man den Vorausberechnungen für Deutschland bis zum Jahr 2050, werden dann etwa 2,4 bis 2,8 Millionen Menschen erkrankt sein. Dies entspricht bundesweit einem mittleren Anstieg um 70 bis 110 Neuerkrankungen pro Tag.

(Quelle: Berechnungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Informationsblatt 1, 2020)

Verschiedene Formen von Demenzerkrankungen