Lewy-Körper-Demenz

Diese Form der Demenz ist nach dem deutschen Nervenarzt Friedrich H. Lewy benannt, der 1912 bestimmte Einschlüsse („Lewy-Körper“) in den Nervenzellen der Großhirnrinde  entdeckte.

Bei dieser Form der Demenz, die etwa 10% der Demenzen ausmacht, sind neben fortschreitenden Gedächtnisstörungen ausgeprägte Schwankungen der geistigen Fähigkeiten sowie optische Halluzinationen und Parkinsonsymptome typisch.

Symptome und Verlauf

Der Verlauf einer Lewy-Körper-Demenz ist geprägt durch fortschreitende Gedächtnisstörungen sowie starke Schwankungen der geistigen Fähigkeiten, der Aufmerksamkeit und Wachheit im Tagesverlauf. Typischerweise treten bereits zu Beginn der Erkrankung optische Halluzinationen auf (oft werden Menschen oder Tiere gesehen). Dazu kommen Störungen im Traumschlaf: infolge fehlender motorischer Hemmungen leben die Erkrankten im Schlaf ihre Träume buchstäblich aus. Der Schlaf ist unruhig und oft kommt es zu heftigen Bewegungen.

Weitere Symptome sind hypotone Kreislaufstörungen (niedriger Blutdruck), vorübergehende Bewusstseinsstörungen und Parkinsonsymptome. Zu den Parkinsonsymptomen zählen neben dem Händezittern in Ruhe (Tremor), erhöhte Muskelsteifigkeit (Rigor) Verlagsamung der Bewegungen, auch der Mimik sowie ein kleinschrittiges Gangbild. Wegen der und der Kreislaufstörungen und der Gangveränderungen kann es vermehrt zu Stürzen kommen.

Im späteren Verlauf nehmen die Gedächtnisstörungen und die Bewusstseinsstörungen zu. Bereits im frühen Krankheitsstadium kann Harninkontinenz auftreten.

Diagnose

Die Diagnostik bei der Lewy-Körper-Demenz ist schwierig, zumal bildgebende Verfahren wie CT oder MRT keine charakteristischen Befunde zeigen.  Die Diagnose stützt sich deshalb auf die Beobachtung der typischen klinischen Symptome.

Behandlung

Für die Behandlung der LKD gibt es derzeit keine zugelassenen Medikamente. Oft besteht eine hohe Empfindlichkeit oder auch Unverträglichkeit für Medikamente. Bezüglich der nicht-medikamentösen Therapie gelten die für die Alzheimer-Krankheit genannten Empfehlungen.

Was Angehörige tun können

Bedingt durch die optischen Halluzinationen leiden die Betroffenen häufig unter Unruhe oder Angst. Die Parkinsonsymptome können die Angst verstärken und zu vermehrtem Rückzugsverhalten bis hin zu depressiven Verstimmungen führen.

Der Bedarf an stetiger Zuwendung, Begleitung und Betreuung ist für Angehörige oft sehr zeitintensiv und oft mit einem großen Belastungserleben verbunden. Daher kann es Angehörigen helfen, sich frühzeitig über Entlastungs- und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren und sich mit anderen Angehörigen auszutauschen.

Weitergehende Informationen:

Informationsblatt 14 der Deutschen Alzheimer Gesellschaft  

„Mitteilungen“ Nr. 32, Dezember 2007 „Lewy-Körper-Demenz“

Helga Rohra: Aus dem Schatten treten. Warum ich mich für unsere Rechte als Demenzbetroffene einsetze. Mabuse Verlag 2011 (2012 auch als Hörbuch erschienen)

Helga Rohra: Ja zum Leben trotz Demenz! Warum ich kämpfe. Verlag medhochzwei 2016